Worauf sollte man beim Erwerb und der Einrichtung von Sicherheitstechnik achten?

Lesedauer: 7 Minuten

Interview mit unserem Experten Günter Badmann

Wir bei Mittermeier Sicherheitstechnik glauben nicht an Panikmache bei Einbruchsfällen. Sicherheit und Verantwortung sind wichtige Werte, die auch ohne das Heraufbeschwören des maskierten Einbrechers bestehen. Aber wir sehen uns die Zahlen und Fakten an, um für eine individuelle Entscheidung zu informieren: Die Anzahl Wohnungseinbrüche in 2023 liegen zum Beispiel trotz eines Anstiegs noch um einiges unter den Zahlen vor der Corona-Pandemie:

2022 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche um 21,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 2023 erneut um 18,1 Prozent auf 77.819 Fälle. Dieser Anstieg stellt eher eine Rückkehr zur Normalverteilung dar. Während der Lockdowns der Corona-Pandemie verbrachten Menschen viel Zeit zu Hause und boten Einbrechern weniger Gelegenheiten.

Es kann deshalb (abhängig von den zu schützenden Sachwerten und den Gegebenheiten der Umgebung) sinnvoll sein, über eine Absicherung von Privat- oder Firmenobjekten nachzudenken. Einer der Profis darin ist unser technischer Leiter Günter Badmann, der in unserem Experteninterview sein Wissen und seine Geheimtipps aus über 30 Jahren Sicherheitsprojekten teilt.

Portrait von Günter Badmann in einem schwarzen Hemd

Günter Badmann ist technischer Leiter bei der Franz Mittermeier GmbH. Im Interview teilt er sein Fachwissen und seine Expertise aus 30 Jahren Branchenerfahrung.

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Hallo Günter! Du hast eine Menge Projekterfahrung mit Alarmanlagen in München und Umgebung – vielleicht kannst du zum Einstieg kurz erklären: Was ist eigentlich Sicherheitstechnik?

Günter Badmann (GB): Was jede und jeder kennt, sind natürlich die klassischen Alarmanlagen: Sensoren, die ungewünschtes Eindringen in Gebäude registrieren und per Sirene und Verbindung zu einem Wachdienst Alarm schlagen. Aber das ist nur ein Teilfeld. Heute kann man in jedem Objekt mit elektronischen Zutrittskontrollen die Zugänge begrenzen und individuell regeln – am besten in Verbindung mit einer Videoüberwachung, was ein weiteres weites Feld der Sicherheitstechnik ist. Objektschutz machen wir dann mit Brandmeldern und technische Melder registrieren Wasseraustritt, Gas oder Temperatur im Serverraum. Die Königsdisziplin ist die Vorfeldüberwachung, die Eindringlinge bereits an den Grenzen und beim Betreten des Grundstücks erkennen.

Das ist also ein breites Einsatzspektrum, das damit abgedeckt wird. Fangen wir doch bei der Einbruchmeldetechnik an: Welche Alarmanlage garantiert optimalen Einbruchschutz?

Kommt ganz auf die Nutzung an, privat oder gewerblich ist zum Beispiel ein großer Unterschied. Als Betreiber, also Eigentümer, sollte ich die Nutzung, Gewohnheiten und Vorlieben mit einplanen. Lösungen von der Stange passen oft nicht, das Material ist von schwankender Qualität und die Anlage bezieht die Gegebenheiten vor Ort nicht ein. Eine optimale Alarmanlage ist also ein individuell zugeschnittenes System, dass an die örtlichen Voraussetzungen angepasst ist. Oft sind auch Bedingungen zu berücksichtigen, die von den Versicherungen gestellt werden. Beim Umfang sollte man darauf achten, dass alle wichtigen Elemente gesichert sind, so dass das Alarmsystem durchgängig ist und keine Lücken entstehen.

Quelle: Verlag deutsche Polizeiliteratur / www.polizei-dein-partner.de

Was empfiehlst du neben einer individuellen Projektierung?

Da gibt es noch die Unterscheidung zwischen verkabelter oder Funkalarmanlage. Ich persönlich bin Fan der verdrahteten Alarmanlage mit Außenhautsicherung und externer Schärfung. Das bedeutet, dass alle erreichbaren Öffnungen, mit denen man sich Zugang zum Haus verschaffen kann, überwacht sind. Externe Schärfung bezieht sich darauf, dass die Anlage von einem Bedienfeld außen am Objekt an- und ausgeschaltet werden kann. Ohne unscharf zu schalten kann das Objekt nicht betreten werden, das ist mit der klassischen Zwangsläufigkeit“ einer Anlage gemeint. Außerdem sollte eine Aufschaltung zu einem Wachdienst bestehen. Das verursacht laufende Kosten, aber es soll ja etwas passieren, wenn jemand einbricht. Wichtig ist, das Zeitfenster für die Einbrecher zu verkleinern. Durch Sirene und anrufenden Wachdienst müssen Täter ihren Einbruchsversuch dann abbrechen, bevor schlimmeres passieren kann.

Experten-Tipp:

„In Privathaushalten gibt oft ein traumatisches Ereignis, zum Beispiel ein Einbruch im Urlaub, den Ausschlag für die Installation einer Alarmanlage. Dennoch sollte man als Betreiber die eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten im Blick haben und die Maßnahmen zur Absicherung sollten hier nicht exzessiv werden – am Ende ist man sicher, aber fühlt sich beengt wie in Fort Knox. Das System muss auf jeden Fall bedienbar bleiben. So komplex wie nötig, so einfach wie möglich, weil die Betreiber ja mit der Alarmanlage leben müssen. Wenn man etwas nicht nutzt, weil es zu kompliziert ist, kann man sich die Anlage auch sparen.“

Spielt die Größe eines Objekts eine Rolle bei der Technik?

Tatsächlich nur bei der Materialmenge, nicht bei der Art der Ausstattung.
Im Endeffekt sind es die Gegebenheiten vor Ort, die die Art der Anlage bedingen. Die Technik ist so professionell und skalierbar geworden, dass die Größe die Art und Weise der genutzten Technik nicht mehr entscheidend verändert. Aber was zu schützen ist, wie die Bauweise, die Lage und Schutzziele eines Objekts sind – das sind die Faktoren, die sich auf die Technik auswirken.

Portrait von Günter Badmann in einem schwarzen Hemd

Wir sichern ihr Objekt persönlich & professionell

Mittermeier Sicherheitstechnik // Georg-Wimmer-Ring 7 // 85604 Zorneding

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Was für Anforderungen müssen Gewerbe bei der Absicherung beachten?

Eine Firma oder öffentliche Einrichtungen haben meistens sehr spezifische Anforderungen zu erfüllen, die hier ein „muss“ sind, wo sie im privaten Bereich ein „kann“ wären.
Das sind z.B. gewisse Zertifizierungen wie TISAX im Automotive-Sektor und VdS-Zertifikate für alle Branchen bzw. den Pflichtenkatalog der Kriminalpolizei. Auch das KRITIS-Dachgesetz stellt nun neue Anforderungen an die Sicherheit von Objekten bei z.B. Strom- und Wasserversorgern.

Wie unterscheidet sich denn die Ausstattung?

Bei Betrieben, die mit Personalisierung zu tun haben, ist das volle Programm der VdS Sicherungsklasse C angesagt. Gewerblich lassen sich durch automatisierte Zugangssysteme auch Arbeitsabläufe steuern. Das System weiß, wann welche Mitarbeiter Zugang zu kritischen Bereichen haben. Die Umsetzung hier ist aber komplex und braucht eine Möglichkeit der Personenvereinzelung. Das sind z.B. Kreditkartenhersteller, Banken, Gelddruckereien oder Pharmazie. Auch Juweliere haben teilweise hohe Anforderungen, das hängt immer mit dem Warenwert im betreffenden Objekt zusammen. Physische Sicherheit wie ESG Glas hat einen großen Anteil bei hohen Sicherheitsklassen aber nur elektronische Sicherheitstechnik kann bei einem Einbruch oder sogar Überfall alarmieren.

Netzwerkdarstellung einer Einbruchmeldezentrale mit Rauchwarnmeldern, Zutrittskontrolle, Signalgebern, Bewegungsmeldern und mobiler Bedienung per App.

Einbruchmeldezentralen sind das Herzstück einer zuverlässigen elektronischen Absicherung

Welche Vorteile ergeben sich aus der Beauftragung einer Fachfirma für Sicherheitstechnik?

Bei privaten Bauprojekten verantwortet ein Facherrichter als Planer die Ausführung der Sicherheitsziele, bringt seine Expertise und Erfahrung ein und gewährleistet den vorschriftsgemäßen Betrieb. Eine Alarmanlage ist ein komplexes System mit zahlreichen Komponenten, für deren Funktion der Besitzer verantwortlich ist. Ein Sicherheitstechniker, der eine jährliche Wartung und Überprüfung anbietet, ist dabei nicht nur versicherungstechnisch von Bedeutung, sondern auch ein verlässlicher Berater für alle Themen rund um die Anlage und bei Fragen zur Objektsicherheit.
Im gewerblichen Bereich ist unser Fachwissen über Stolperfallen bei der Erfüllung der gesetzlichen und Zertifizierungs-Auflagen oft unerlässlich. Mit Privatkunden wie auch mit Firmen gehen wir deshalb oft langjährige Partnerschaften ein, in denen sich ein professionelles Vertrauensverhältnis entwickelt.

Wie ist der Nutzen von Alarmanlagen in München zu beurteilen?

Vorteile von Funkalarmanlagen:

  • Nachrüstungen per Funk sind perfekt für Bestandsobjekte geeignet oder können auch nach dem Bau in ein neues Objekt installiert werden. Sie sind flexibel um im Falle eines Umzugs leicht demontierbar.

Vorteile von verdrahteten Alarmanlagen:

  • Verkabelte Alarmanlagen kennen weniger Störfaktoren. Leistungsfähige Zentralen können komplexe Gebäudestrukturen abbilden oder ein perfekt abgestimmtes, individuelles Zusammenspiel verschiedener Alarmmelder und technischer Sensoren sein.

Nachteile von Funkalarmanlagen:

  • Funk kann durch mehrere Faktoren beeinträchtigt werden, wie die Bauweise des Hauses, die verbauten Materialien oder Fremdfunkwellen.


Nachteile von verdrahteten Alarmanlagen:

  • Man muss vor und während der Bauarbeiten einschätzen können, welche Art der Sicherheitstechnik angemessen ist und die Verkabelung und sonstige Infrastruktur bereitstellen. Für Bauherren ist es ohne Beratung häufig schwierig, die Vorplanung alleine zu stemmen.

In den letzten Jahren fiel die professionelle Absicherung vor allem im privaten Sektor dem Sparen zum Opfer. Stattdessen sieht man mehr Smart Home Systeme, die diese Rolle mitübernehmen sollen. Die Idee, alles möglichst bequem aus einem Guss steuern zu können ist für viele attraktiv. Es besteht die Idee, die Funkalarmanlage durch eine Smart Home Anlage zu ersetzen. Aber solche Systeme sind keine verlässliche elektronische Absicherung. Klar, gewisse Meldungen gibt es dort auch, aber im Zweifelsfall setzt man da auf nicht erprobte, nicht zertifizierte Hersteller und Produkte, die einen ganz anderen Fokus haben als die Sicherheit des Objekts und der Bewohner. Umgesetzt wird das dann meist von Elektro-Unternehmen, deren Expertise ebenfalls nicht in der Sicherheitstechnik liegt.

Ein weiterer Trend bei Zutrittskontrollen geht weg von Fingerprint – Identifizierung hin zu Handvenenerkennung. Im Bereich Videoüberwachung haben wir auch durch den Einsatz von KI verbesserte Objekterkennung und Auflösung. Videosensorik im Außenbereich hat ebenfalls bedeutende Sprünge gemacht, zum Beispiel durch Wärmebildkameras. Die Kamera erkennt zum Beispiel, ob sich eine Person auf das Objekt zu oder von ihm weg bewegt. Diese Art der Vorfeldüberwachung hat auch einen weiteren Vorteil: das System erkennt, ob es sich um einen Mensch handelt, aber die Person ist nicht erkennbar. So lassen sich  konform mit gesetzlichen Datenschutzrichtlinien trotzdem Grundstücksgrenzen und Zäune überwachen.

Danke für deine Zeit und deine Einblicke!

Über den Experten

Günter Badmann ist Fernmeldetechnik Meister und technischer Leiter bei der Franz Mittermeier GmbH
Mit seiner langjährigen Erfahrung plant er Sicherheitstechnik – Projekte in allen Komplexitätsgraden am liebsten nah am Kunden. Als Ausbilder gibt er seine Expertise bei uns auch an die kommende Generation interessierter Junior-Techniker weiter.

Sie stehen vor einem Bauprojekt oder wollen beim Thema Einbruchschutz nachrüsten?
Lassen Sie sich von Günter und unseren Sicherheitstechnik – Experten beraten: rufen Sie uns unverbindlich an und vereinbaren Sie ein Erstgespräch!

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